Gute und weniger gute Nachrichten...

Lesley Stephenson und Thomas Baumann sind von einem anspruchsvollen Arbeitsbesuch in Mohoni zurück gekehrt. Lesley beschreibt die Situation vor Ort wie folgt:

“Zuerst einmal die gute Nachricht: In den 2 1/2 Wochen, wo wir dort waren, hat es wiederholt Niederschläge gegeben! Wie Sie auf dem Foto, wo Schülerinnen Produkte aus dem Schulgarten zum Markt führen, sehen können, sieht es in der Schule grün und nass aus. Wenn es in der Hauptregenzeit im späten Juni/Juli/August wieder regnet, dann wird es im September eine Ernte geben und das könnte der schreckliche Dürre in der Region ein Ende bereiten.

Allerdings täuscht das Grün auf dem Schulgelände. In den Gebieten nur etwas ausserhalb von Mohoni hat es immer noch keinerlei Niederschläge gegeben. Die Regierung ist verzweifelt, es gab während der ganzen Zeit, wo ich da war, ununterbrochen Sitzungen. Wir hatten ein Treffen mit dem Chef von Woreda, ein wahres Privileg unter den gegebenen Umständen. Sie versuchen alles was sie können, um sich mit unseren spezifischen Problemen zu befassen, z.B. sicherzustellen, dass unser DHL-Versand endlich durchkommt. Allerdings wurden die Papiere, die wir dringend brauchen, um die Kartons nach Mohoni zu bringen, bis jetzt noch nicht unterschrieben, und wir können dies verstehen. Wenn Menschen sterben, dann hat ein Versand für eine bestimmte Schule einfach keine Priorität. Wir erwarten jedoch, dass dieses Problem in den nächsten zwei Wochen gelöst werden kann, und halten Sie auf dem Laufenden.

Die Regierung fragte uns, ob wir irgend etwas tun könnten, um ihnen beim jetzigen Notfall zu helfen, da ihr Budget mehr oder weniger erschöpft ist. Die staatliche Hilfe von 15kg Weizen pro Familie und Monat ist unzureichend, um Menschen am Leben zu erhalten. Wie Sie wissen, leisten wir bereits monatliche Soforthilfe an über 460 ernsthaft von der Dürre betroffene Kinder und ihre Familien, aber natürlich gibt es Tausende mehr. Ein LKW mit Weizen oder Getreide von Addis in die am stärksten betroffenen Gebiete kostet ca. 7’000 CHF (für etwa eine halbe Tonne), und die Regierung ist auf der Suche von Sponsoren für diese zusätzlichen Lieferungen.

Leider können wir selber hier nichts tun, da wir weder die Mittel noch das Mandat dazu haben. Dies wäre nur möglich, wenn Personen oder Unternehmen hier in der Schweiz bereit wären, eine solche besondere Unterstützung durch uns zu finanzieren. Wir würden solche Bemühungen koordinieren und sicherstellen, dass das Geld und die Nahrungsmittel gut organisiert und korrekt geliefert würden, aber das wäre die Grenze unserer Möglichkeiten. Bitte lassen Sie uns wissen, wenn Sie Kontakte zu Personen oder Organisationen haben, die die Ressourcen und das Interesse hätten, auf diese Weise zu helfen!

Allerdings gibt es etwas anderes, das wir nur innerhalb von Mohoni bis zum Ende des Schuljahres im Juni zu tun versuchen. Tausende von Kindern leiden unter einem brutalen Hautausschlag – wahrscheinlich Skorbut oder ein anderes auf Ernährungsdefizite basierendes Problem. Es mangelt wahrscheinlich stark an Vitamin C und A, denn seit Monaten haben sie keine frischen Lebensmittel mehr zur Verfügung gehabt. Die Lehrer rasteten beinahe aus, als sie sahen, dass ich die am schlimmsten betroffenen Kinder in der Schule äusserlich behandelte, da sie behaupten es handle sich um eine ansteckende Krankheit. Aber das es ist nicht. Es ist eine weit verbreitete Ernährungsstörung in einer grossen Bevölkerung, die seit Monaten dem Verhungern nahe gewesen ist. Klar, dass es deshalb weit verbreitet ist!

Die Wunden haben auf die Reinigung, Desinfektion und das Eincremen gut reagiert. Aber die Kinder brauchen dringend Vitamin C! Wir überprüfen gegenwärtig die Kosten von Lieferungen von Orangen aus dem Markt in Mekelle, da die Märkte in Mohoni aufgrund der Dürre leer sind. Wenn dies drin liegt, werden wir vor dem Ende des Schuljahres eine letzte Notfallhilfe-Aktion starten und einige Fruchttransporte ins Gebiet finanzieren. Wir haben auch eine grosse Anzahl von desinfizierenden Seifen gekauft, welche wir den Familien mit den am meisten betroffenen Kindern zukommen liessen, so dass die offenen Wunden, dort wo der Ausschlag aufgekratzt wurde, sauber gehalten werden können. Eine echte Herausforderung in dieser Umgebung!

Die Schule selbst hat in vielen Bereichen gute Fortschritte gemacht und ich werde in Kürze darauf mit Bildern und einem Update zurückkommen . Vielen Dank an alle Mitglieder unserer Gemeinschaft für ihre Unterstützung und Ermutigung .

The past few months have been very hard on the children.
Teacher Tadelu with her students leaving for the market.
The children guard their pens savagely...
The rain has turned the school grounds into a green oasis.
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